Medizinische Begriffe zur LCH erklärt:

Antikörper:
Eiweißstrukturen, die gegen Antigene gerichtet sind und mit diesen Verbindungen eingehen (Antigen-Antikörper-Komplex)

Birbeck-Granula:
nach dem Erstbeschreiber Birbeck (1961) benannte Tennisschlägerähnliche Strukturen bei elektronenmikroskopischer Vergrößerung der Langerhans-Cellen.

Emphysem:
irreversibler Abbau des Lungengewebes (der Alveolen) für den Gasaustausch mit Bläschen-förmiger Strukturumwandlung

Eosinophiles Granulom:
synonyme ältere Bezeichnung für das Krankheitsbild der Langerhans-Cell-Histiozytose, bei der es neben der Vermehrung von Langerhans-Cellen auch in den frühen Entwicklungsphasen zur herdförmigen Anreicherung von eosinophilen Granulozyten (Blutzellen der weißen Reihe) kommt; Bezeichnung vor allem für den isolierten Knochenherd der Langerhans-Cell-Histiozytose

Expression:
Leistung von Zellen zur Herstellung von Substanzen wie z.B. Eiweißstrukturen = Proteine / Hormone etc.

Fibrose:
Faserentwicklung (Ablagerung des Proteins Kollagen) als Gewebsersatz nach z.B. entzündlich-bedingtem Gewebsuntergang (s. auch Narbe)

Granulom:
kömchenartiger (lat: granulum) umschriebener Entzündungsherd, hier in Lunge, Haut, Knochen und Weichteilen

Histiozyten:
besondere Zellformen des Blutsystems mit Fähigkeit zur Fremdstoffspeicherung (sogenannte Makrophagen = Fresszellen), selten eigenständige Neubildung wie bei der Langerhans-Cell-Histiozytose

Histiozytosis X:
synonyme Bezeichnung für das Krankheitsbild der Langerhans-Cell-Histiozytose.

Immunhistochemie:
Laborverfahren zur Anfärbung und Charakterisierung von Zellen mit besonders aufbereiteten, gegen Zellstrukturen gerichteten Antikörpern = Eiweißstrukturen

*klonale Proliferation:
Vermehrung nur einer definierbaren Zellrasse – eines Klons

Kondensat-Makrophagen:
in den Luftbläschen (Alveolen) meist massiv angereicherte braun pigmentierte Lungenfresszellen (Alveolarmakrophagen) mit braunen Zelleinschlüssen aus dem Zigaretten-Kondensat („Teer”)

Läsion:
krankhaft veränderter Gewebsbezirk, z.B. Entzündungsherd

*Langerhans, Paul (*1847, +1888):
beschrieb als Student 1868 die nach ihm benannten Zellen in der Haut. 1869 beschrieb er auch die nach ihm benannten Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Produktionsstätten des Insulins!).

LCH:
= Langerhans-Cell-Histiozytose – pathologische Vermehrung von Langerhans-Zellen mit Zerstörung von Gewebsstrukturen in Knochen, Haut und Lymphknoten sowie als Sonderform in den Lungen.

Marker:
Darstellung von Zellprodukten im Mikroskop durch besondere Markierungen mit Farbstoffen (z.B. mit Antikörpern und nachfolgenden speziellen Farbreaktionen)

Mitose:
mikroskopisch fassbare Zellteilungsfiguren

Monozyten/Makrophagen:
spezialisierte Gewebezellen, die sich von Blutzellen des Knochenmarkes ableiten

Mycobakterien:
Gruppe von Bakterien, zu denen besonders die Tuberkulose-Bakterien gehören

Narbe:
umgewandelte Gewebsdefekte mit Ablagerung von Kollagen-Proteinen z.B. nach Verletzungen oder Entzündungen mit Gewebsuntergang (Stadium III der Langerhans-Cell-Histiozytose)

neoplastisch:
ungeordnete, eigenständige Neubildung z.B. bei Tumoren

Nukleolus:
Körperchen im Zellkern

Nukleus:
Zellkern

Osteolyse:
Zerstörung / Auflösung z.B. von Knochenstrukturen durch Entzündungen oder Tumoren

Osteomyelitis:
Knochen-/Knochenmarksentzündung

Pneumothorax:
Luftbrust mit Übertritt von Luft in den Brustfellraum, z.B. nach einem Lungendefekt bei Einriss der Wand einer Blase oder im Bereich von narbig-zystisch umgewandelten Lungenbezirken im Stadium II und III der Langerhans-Cell-Histiozytose

pulmo:
(griech. r= Lunge)

reaktiv:
geordnete, meist umschriebene, örtlich und zeitlich begrenzte „Reaktion” des Organismus auf einen Reiz

Sarkom:
bösartige Neubildung der Weichteile und Knochen

Schaumzellen:
durch Fettspeicherung vergrößerte und mikroskopisch schaumig erscheinende Histiozyten

xanthomatös, Xanthogranulom:
Begriff leitet sich von xanthos (griech. = gelb) ab und beschreibt nach den makroskopischen Befunden gelbe, fettreiche Herde.

Zytokine:
Produkte von Zellen, die vielfältige Stoffwechselvorgänge, Entzündungen und Zellwachstum beeinflussen.

Der Vorstand des EHX e.V. dankt Prof. Dr. med. K.-M. Müller für die freundliche Unterstützung!
Prof. Dr. med. K.-M. Müller